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Claude Cowork im Unternehmen: DSGVO-Setup mit EU-Cloud

Claude Cowork im Unternehmen DSGVO-konform: 3P-Modus mit Bedrock EU-Profil oder Google eu, lokaler Verlauf, fehlende Funktionen, Kosten, Checkliste.

Aktualisiert 11 Min. LesezeitFakten geprüft am 19. September 2026

TL;DR

Claude Cowork läuft im Unternehmen auch im Third-Party-Modus (3P): Claude Desktop schickt jede Cowork-, Chat- und Code-Anfrage an Ihren eigenen AWS-Bedrock-, Google-Cloud- oder Gateway-Endpunkt, der Verlauf bleibt auf dem Rechner. Mit dem Bedrock-EU-Profil oder der Google-Region eu bleibt die Inferenz in der EU. Abgerechnet werden Tokens beim Cloud-Anbieter, keine Seats.

Was ist Claude Cowork und was ändert der 3P-Modus?

Cowork ist der agentische Arbeitsbereich in Claude Desktop: Es plant mehrstufige Aufgaben, arbeitet direkt in lokalen Dateien und erstellt Excel-Tabellen, Präsentationen und Dokumente. Im 3P-Modus schickt dieselbe App die Inferenz an einen Anbieter Ihrer Wahl statt an Anthropic, lädt die Oberfläche aus dem App-Paket und speichert Unterhaltungen auf der Festplatte des Nutzers.

Die Cowork-Übersicht beschreibt Cowork als dieselbe Agentenarchitektur wie Claude Code, nur ohne Terminal. In den Standardplänen ist Cowork in Pro, Max, Team und Enterprise enthalten. Die Unternehmensvariante heißt bei Anthropic inzwischen “Claude Desktop on third-party (3P)”, die alten cowork/3p-Adressen leiten dorthin weiter.

Die 3P-Übersicht nennt fünf Inferenzziele: Google Cloud’s Agent Platform (früher Vertex AI), Amazon Bedrock, Microsoft Foundry, ein selbst betriebenes LLM-Gateway oder die Anthropic API. Die Unterschiede in der Architektur:

Komponente Standard-Claude-Desktop Claude Desktop on 3P
Modell-Inferenz Anthropic API Ihr Bedrock-, Google-Cloud-, Foundry- oder Gateway-Endpunkt
Web-Anwendung Von claude.ai geladen Im Desktop-App-Paket enthalten
Nutzeridentität Anthropic-Konto Lokale Geräteidentität (oder Anthropic-Konto bei Verwaltung über die Admin-Konsole)
Speicherort Unterhaltungen Anthropic-Backend Lokale Festplatte des Nutzers
Sandbox für Code-Ausführung Lokale VM Lokale VM (identisch)
Konfiguration Admin-Konsole auf claude.ai MDM-Profil, Bootstrap-Server oder Admin-Konsole auf claude.ai

Anthropic benennt die Zielgruppe klar: Organisationen, die aus regulatorischen oder vertraglichen Gründen keine Daten über claude.ai oder die Claude API schicken dürfen, darunter internationale Konzerne, die Datenresidenz in der Region brauchen und keine Unterhaltungsdaten in die USA übertragen können. Dieselbe Seite sagt aber auch: Wer die First-Party-Produkte nutzen darf, fährt mit Cowork im Team- oder Enterprise-Plan einfacher und bekommt neue Funktionen schneller. Das sehen wir genauso. 3P ist ein Compliance-Werkzeug, kein Standard.

Welche Cowork-Funktionen fehlen im 3P-Modus?

Der Großteil von Cowork funktioniert auch auf 3P: Chat, Cowork, Code, Projekte, MCP-Connectoren, Skills, Plugins, Plugin-Marketplaces, Artifacts, Memory und geplante Aufgaben. Es fehlt der Cloud-Teil von claude.ai: Mobile App, Webzugang, Voice Mode, Teilen, Claude Design sowie Compliance API und Analytics API.

Das widerspricht einer Behauptung aus YouTube-Tutorials, im 3P-Modus gebe es “keinen Chat und keinen Skill-Marketplace”. Die aktuelle Funktionsmatrix führt Chat und Plugin-Marketplaces ausdrücklich als verfügbar. Was tatsächlich fehlt:

Funktion Claude Enterprise Claude Desktop on 3P
Chat, Cowork, Code Ja Ja
Skills, Plugins, Hooks, Plugin-Marketplaces Ja Ja
Websuche Ja Ja, bei Bedrock und einfachen Gateways nur mit eigenem Suchanbieter
Memory Ja (bei Anthropic) Ja, auf dem Gerät gespeichert
Projekte und Plugins teilen Ja Nein
Mobile, claude.ai im Browser, Voice Mode Ja Nein
Claude Design, Claude Security, Claude Tag Ja Nein
Compliance API, Analytics API Ja Nein (stattdessen OpenTelemetry)
Nutzungsgrenzen je Nutzer, Aufbewahrungsregeln, OpenTelemetry Ja Ja

Für deutsche Unternehmen sind zwei Punkte relevant. Erstens gibt es auf Bedrock keine native Websuche: Die Seite zu Web-Tools empfiehlt den mitgelieferten websearch-Server mit Brave, Tavily, Exa oder einem eigenen Backend. Das ist ein zusätzlicher Auftragsverarbeiter für Ihr Verarbeitungsverzeichnis. Zweitens kommt der Audit-Nachweis aus Ihrem eigenen OpenTelemetry-Collector (otlpEndpoint), der standardmäßig nur Metadaten exportiert und Prompt-Inhalte nur nach ausdrücklicher Freischaltung.

Wie bleiben Cowork-Daten in der EU?

Richten Sie Cowork auf einen EU-Endpunkt aus und halten Sie die Geräte in der EU. Bei Bedrock tragen Sie EU-Inference-Profile wie eu.anthropic.claude-sonnet-5 ein und wählen eine EU-Region, etwa das Rechenzentrum Frankfurt. Bei Google Cloud setzen Sie die Region auf eu. Microsoft Foundry bietet für Claude keine EU-Datenzone und erfüllt eine strikte EU-Vorgabe derzeit nicht.

Anthropic definiert Datenresidenz auf 3P über zwei Faktoren: die gewählte Cloud-Region und den physischen Standort des Geräts, weil dort die Unterhaltungen gespeichert werden. Bei Bedrock und Google Cloud gehen Anfragen direkt vom Gerät an den regionalen Endpunkt. Unterhaltungsdaten landen nur dort, auf der lokalen Festplatte und optional in Ihrem OpenTelemetry-Collector.

Anbieter EU-Einstellung in Cowork Was in der EU bleibt Einschränkung
Amazon Bedrock inferenceBedrockRegion z. B. eu-central-1, Modelle eu.anthropic.claude-sonnet-5, eu.anthropic.claude-opus-5 Inferenz in EU-Regionen (AWS: “Keeps data within EU regions”) Fable 5.1 hat kein EU-Profil; Frankfurt ist nur Einstiegspunkt
Bedrock Mantle inferenceProvider = mantle Genau eine Region: Irland oder Stockholm Eigener Endpunkt, siehe unseren Bedrock-Leitfaden
Google Cloud inferenceVertexRegion = eu Nur EU-Mitgliedstaaten (UK und Schweiz ausgenommen) Private Google Access für Multi-Region nicht unterstützt; Private Service Connect nutzen
Microsoft Foundry Deployment-Typ in Foundry Nichts garantiert Nur Global Standard oder US Data Zone; Anthropic betreibt die Modelle

Die Details zu Bedrock-Profilen und SCP-Fallen stehen in unserem Leitfaden Claude AWS Bedrock Frankfurt: DSGVO-Setup, die Google-Seite in Claude Vertex AI Europa. Beides gilt unverändert, denn Cowork auf 3P ruft genau diese Endpunkte auf. Die Plattform selbst beschreibt unser Artikel Amazon Bedrock erklärt.

Ganz raus ist Anthropic nicht. Die App kontaktiert weiterhin Anthropic-Server für Absturzberichte, Produktanalysen, Favicons und Artifact-Vorschauen, Auto-Updates und den Modellkatalog. Jeder dieser Punkte lässt sich abschalten. Danach bleibt laut Telemetry and egress nur downloads.claude.ai für das VM-Paket und die CLI beim Sitzungsstart. Anthropic erklärt, dass Telemetrie nie Prompt- oder Antwortinhalte enthält. Vertraglich gilt für die App-Lizenz Anthropics Commercial Terms, die Inferenz dagegen wird “billed by, and subject to your agreement with” dem Cloud-Anbieter (Legal-Seite). Ihr AVV läuft also mit AWS oder Google.

Wie richten Sie Cowork auf Bedrock Schritt für Schritt ein?

Aktivieren Sie die Claude-Modelle in Ihrer EU-Region, geben Sie Nutzern über IAM Identity Center Aufrufrechte für Bedrock, testen Sie die Konfiguration auf einem Rechner im Developer Mode und exportieren Sie sie dann als macOS- oder Windows-Profil für Ihr MDM. Für einen Pilot mit vorhandenem IAM Identity Center reicht ein halber Tag.

  1. Modelle freischalten. Beantragen Sie in der Bedrock-Konsole den Zugriff auf die Claude-Modelle in genau der Region, die Sie als inferenceBedrockRegion setzen. Der Zugriff gilt pro Region.
  2. Permission Set anlegen in IAM Identity Center mit bedrock:InvokeModel und bedrock:InvokeModelWithResponseStream. Anthropic empfiehlt eine Sitzungsdauer von 8 bis 12 Stunden.
  3. Anmeldung wählen. Die Bedrock-Anleitung bietet Bearer Token (nur für Proof of Concept, geteilter Schlüssel), In-App-Anmeldung über Identity Center (inferenceBedrockSso*, CloudTrail-Identität je Nutzer, keine AWS CLI nötig) oder ein benanntes AWS-Profil.
  4. Auf einem Gerät testen. Claude Desktop installieren, nicht anmelden, dann Help > Troubleshooting > Enable Developer Mode und Developer > Configure Third-Party Inference. Werte eintragen, Apply Changes und Save & Restart klicken.
  5. Härten und exportieren. Aufbewahrungs-, Telemetrie- und Egress-Schlüssel ergänzen, Export klicken und die .mobileconfig- oder .reg-Datei über Jamf, Intune oder Gruppenrichtlinien verteilen.
  6. Prüfen. Help > Troubleshooting > Generate Diagnostic Report zeigt in managed-config.txt, welche Schlüssel übernommen wurden. Falsch geschriebene Schlüssel werden stillschweigend ignoriert.

Eine minimale EU-Konfiguration als reines JSON (so liefert sie ein Bootstrap-Server aus; der Export im Konfigurationsfenster erzeugt daraus die macOS- und Windows-Formate). Alle Schlüsselnamen stammen aus der Configuration reference:

{
  "inferenceProvider": "bedrock",
  "inferenceBedrockRegion": "eu-central-1",
  "inferenceBedrockSsoStartUrl": "https://d-xxxxxxxxxx.awsapps.com/start",
  "inferenceBedrockSsoRegion": "eu-central-1",
  "inferenceBedrockSsoAccountId": "123456789012",
  "inferenceBedrockSsoRoleName": "ClaudeCoworkEU",
  "inferenceModels": ["eu.anthropic.claude-sonnet-5", "eu.anthropic.claude-opus-5"],
  "coworkSessionRetentionDays": 90,
  "chatSessionRetentionDays": 90,
  "disableNonessentialTelemetry": true,
  "disableNonessentialServices": true,
  "otlpEndpoint": "https://otel-collector.example.com:4318"
}

Prüfen Sie vor dem Rollout, wohin das EU-Profil von Frankfurt aus tatsächlich routet:

aws bedrock get-inference-profile --region eu-central-1 --inference-profile-identifier eu.anthropic.claude-sonnet-5 --query "models[].modelArn" --output table

Auf Google Cloud ersetzen Sie den Anbieterblock durch inferenceProvider = vertex, inferenceVertexProjectId und inferenceVertexRegion = eu und vergeben die Rolle Vertex AI User. Nutzen Ihre Entwickler zusätzlich die Claude-Code-CLI, finden Sie dieselbe EU-Logik in Claude Code Bedrock: EU-Setup DSGVO-konform.

Läuft Cowork mit lokalen Modellen über Ollama oder LM Studio?

Nicht mit Unterstützung von Anthropic. Die 3P-Dokumentation beschreibt Gateways ausschließlich für “Claude models” und erwähnt Ollama oder LM Studio an keiner Stelle. Ollama selbst dokumentiert eine Claude-Desktop-Integration für macOS, in der Cowork als unterstützt aufgeführt ist. Behandeln Sie das als nicht unterstütztes Experiment, nicht als Unternehmens-Deployment.

Technisch funktioniert der Weg, weil der Gateway-Anbieter nur einen Anthropic-kompatiblen Endpunkt POST /v1/messages mit Streaming und Tool Use verlangt (Gateway-Seite). Ollama und LM Studio stellen einen solchen Endpunkt bereit. Die Ollama-Seite zu Claude Desktop richtet das aus der Ollama-App heraus ein, Windows-Unterstützung ist “coming soon”, und Cloud-Modelle setzen eine Ollama-Anmeldung und teils einen bezahlten Plan voraus. LM Studio dokumentiert Claude Code, eine Seite zu Claude Desktop oder Cowork haben wir nicht gefunden.

Drei Gründe, warum wir davon für den Produktivbetrieb abraten:

  • Die Modellerkennung ist auf Claude gebaut. Laut Anthropic zeigt die automatische Erkennung nur Modelle, deren IDs erkennbar Claude sind. Tutorials umgehen das, indem sie Open-Weight-Modelle in “Claude Opus” umbenennen. Damit steht in Oberfläche, Logs und Verarbeitungsverzeichnis ein falsches Modell.
  • Ollama-Cloud-Modelle sind nicht lokal. Sobald Sie auf ein Cloud-Modell wechseln, verlassen die Prompts den Rechner Richtung Ollama. Das ist ein weiterer Auftragsverarbeiter mit eigener Prüfung.
  • Cowork setzt Tool Use auf Claude-Niveau voraus. Lange agentische Aufgaben mit Dateioperationen brauchen zuverlässige Tool-Aufrufe und großen Kontext. Kleine lokale Modelle können mitten in der Aufgabe scheitern. Dafür haben wir keine Benchmarks und auch keine Herstellerdaten gefunden.

Wenn der Wunsch nach lokalen Modellen daher kommt, dass Daten das Haus nicht verlassen sollen, ist ein selbst betriebenes Gateway vor Bedrock oder Google Cloud in einer EU-Region der unterstützte Weg.

Was prüfen IT und Datenschutz vor der Freigabe?

Für die Freigabe braucht es sechs Antworten: welcher Anbieter und welche Region, welcher AVV, wo der lokale Verlauf liegt und wie lange, welcher Datenverkehr zu Anthropic bleibt, welche zusätzlichen Auftragsverarbeiter (Suche, MCP-Server) hinzukommen und wie Sie Nutzung ohne Compliance API nachweisen. Die Checkliste ordnet jedem Punkt einen Konfigurationsschlüssel zu.

Prüfpunkt Wo nachweisen Schlüssel oder Einstellung
Inferenz nur in der EU Bedrock-Profil-IDs oder Google-Region eu inferenceModels, inferenceVertexRegion
AVV und Rollen Vertrag mit AWS oder Google; App unter Anthropic Commercial Terms Legal-Seite
Aufbewahrung lokaler Verlauf Geräteverschlüsselung, Löschfrist, Legal Hold coworkSessionRetentionDays, sessionRetentionHold
Datenverkehr zu Anthropic Telemetrie, Updates, Vorschauen disableEssentialTelemetry, disableNonessentialTelemetry, disableAutoUpdates
Netzwerkzugriff des Agenten Erlaubte Hosts der Sandbox coworkEgressAllowedHosts, disabledBuiltinTools
Weitere Auftragsverarbeiter Suchanbieter, entfernte MCP-Server managedMcpServers
Audit-Trail Eigener OpenTelemetry-Collector otlpEndpoint
Prompt Injection Anthropic: Risiko ist “non-zero” Ordner und Egress einschränken

Der lokale Verlauf liegt unter macOS in ~/Library/Application Support/Claude-3p/, unter Windows in %LOCALAPPDATA%\Claude-3p\. Standardmäßig bleibt er, bis der Nutzer ihn löscht. Eine Löschfrist gehört deshalb ins erste Profil, das Sie verteilen. Jede Cowork-Sitzung schreibt zusätzlich ein HMAC-verkettetes audit.jsonl, das bei der Aufarbeitung von Vorfällen hilft. Den breiteren DSGVO-Vergleich der Anbieter finden Sie in Claude DSGVO-konform nutzen: Anbietervergleich.

Was kostet Claude Cowork im Unternehmen?

Auf 3P gibt es keine Seat-Gebühr: Sie zahlen Tokens zu den Preisen Ihres Cloud-Anbieters. Mit dem Bedrock-EU-Profil kostet Claude Sonnet 5 2,20 USD Input und 11 USD Output pro Million Tokens, Opus 5 kostet 5,50 und 27,50 USD. Claude Enterprise verlangt dagegen 20 USD pro Seat und Monat plus Nutzung zu API-Preisen.

Variante Seat-Preis Tokenpreis Sonnet 5 (In/Out pro Mio.) EU-Inferenz
Cowork auf 3P, Bedrock-EU-Profil keiner 2,20 / 11 USD Ja
Cowork auf 3P, Google Multi-Region eu keiner 2,20 / 11 USD Ja
Claude Enterprise (1P) 20 USD/Seat/Monat, jährlich API-Preise (2 / 10 USD) Keine EU-Option dokumentiert
Claude Team Standard (1P) 20 USD/Seat/Monat jährlich, 25 monatlich in den Planlimits enthalten Keine EU-Option dokumentiert

Die Preise stammen von Amazon Bedrock Pricing, der Google-Cloud-Preisliste und claude.com/pricing. Alle Angaben sind USD ohne Steuern, offizielle EUR-Listenpreise gibt es nicht. Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Mengen: Ein Nutzer mit 2 Millionen Input- und 200.000 Output-Tokens pro Tag auf Sonnet 5 kostet im EU-Profil 4,40 + 2,20 = 6,60 USD pro Tag. Prompt Caching senkt den Input-Anteil deutlich, deshalb warnt Anthropic, dass Gateways cache_control nicht entfernen dürfen. Messen Sie den echten Verbrauch im Pilot, bevor Sie budgetieren. Alle Planpreise im Überblick finden Sie in Claude Kosten 2026, weitere Zahlen stehen auf unserer Statistikseite.

FAQ

Ist Claude Cowork im 3P-Modus DSGVO-konform?

Der Modus liefert die Bausteine: EU-Inferenz über Bedrock oder Google Cloud, lokale Speicherung und einstellbare Löschfristen. Die Konformität hängt trotzdem von Ihrem AVV mit dem Cloud-Anbieter, dem Verarbeitungsverzeichnis, der Gerätesicherheit und zusätzlichen Auftragsverarbeitern wie Suchanbietern ab. Kein Produkt ist für sich allein DSGVO-konform.

Was kostet Claude Cowork auf 3P pro Nutzer?

Es gibt keine Seat-Lizenz. Sie zahlen dem Cloud-Anbieter pro Token, zum Beispiel 2,20 USD Input und 11 USD Output pro Million Tokens für Sonnet 5 im Bedrock-EU-Profil. Die echten Kosten pro Nutzer hängen von Aufgabenvolumen und Cache-Trefferquote ab. Führen Sie einen Pilot durch und werten Sie die Abrechnung von AWS oder Google aus.

Claude Enterprise oder Cowork auf 3P: was passt besser?

Claude Enterprise passt, wenn die Verarbeitung durch Anthropic akzeptabel ist: Sie bekommen Mobile, Webzugang, Teilen, die Compliance API und neue Funktionen früher. 3P passt, wenn Daten unter Ihrem Cloud-Vertrag in einer EU-Region bleiben müssen oder Sie Tokenabrechnung ohne Seats wollen.

Sieht Anthropic unsere Prompts im Cowork-3P-Modus?

Mit Bedrock oder Google Cloud sendet die App laut Anthropic Prompts, Antworten und Dateien nur an Ihren konfigurierten Endpunkt und auf die lokale Festplatte. Telemetrie an Anthropic enthält keine Inhalte und lässt sich abschalten. Bei Microsoft Foundry betreibt Anthropic die Modelle und verarbeitet Inhalte als unabhängiger Auftragsverarbeiter für Microsoft.

Kann Cowork Claude Fable 5.1 in der EU nutzen?

Auf Bedrock nicht mit EU-Datenresidenz: Für Fable 5.1 gibt es kein EU-Inference-Profil, in Europa ist es nur über den globalen Endpunkt erreichbar. Google Cloud führt Fable 5.1 in der EU-Multi-Region, speichert Prompts dort aber bis zu 30 Tage zur Missbrauchserkennung. Prüfen Sie, ob diese Aufbewahrung zu Ihrer Richtlinie passt.

Wo speichert Cowork im 3P-Modus den Verlauf?

Auf dem Gerät des Nutzers: unter macOS in ~/Library/Application Support/Claude-3p/, unter Windows in %LOCALAPPDATA%\Claude-3p\. Der Verlauf bleibt, bis der Nutzer ihn löscht, es sei denn, Sie setzen coworkSessionRetentionDays oder chatSessionRetentionDays (1 bis 3650 Tage). Nehmen Sie diese Ordner in Ihre Richtlinien für Verschlüsselung und Backup auf.

Quellen

  1. Claude Docs: Claude Desktop on 3P, Overview (19. September 2026)
  2. Claude Docs: Features on 3P (19. September 2026)
  3. Claude Docs: Claude Desktop on 3P mit Amazon Bedrock (19. September 2026)
  4. Claude Docs: Claude Desktop on 3P mit Google Cloud's Agent Platform (19. September 2026)
  5. Claude Docs: Claude Desktop on 3P mit LLM-Gateway (19. September 2026)
  6. Claude Docs: Configuration reference (19. September 2026)
  7. Claude Docs: Telemetry and egress (19. September 2026)
  8. Claude Docs: Installation and setup (19. September 2026)
  9. Claude Docs: Legal and compliance (3P) (19. September 2026)
  10. Claude Help Center: Claude Cowork in Team- und Enterprise-Plänen (19. September 2026)
  11. Ollama Docs: Claude Desktop Integration (19. September 2026)
  12. AWS Bedrock Docs: Model Card Claude Sonnet 5 (18. September 2026)
  13. Amazon Bedrock Pricing (18. September 2026)
  14. Claude Pricing (19. September 2026)

Weiterführende Guides